Monster Hunter World – Review (PC)

Monster_Hunter_World

 
Story:
 
Seit Jahren ist die Jäger-Gilde einem Phänomen auf der Spur, dass sie sich nicht erklären kann. Alle 10 Jahre migrieren eine große Anzahl an Drachenältesten in die Neue Welt, ein Kontinent, dessen Existenz der Gilde zwar wohlbekannt, dennoch aber noch recht unerforscht ist. Dies liegt hauptsächlich daran, dass der Kontinent aufgrund der rauen See und des harschen Wetters nur schwer zu erreichen ist. Nichtsdestotrotz gelang es der Jäger-Gilde in den letzten Jahrzehnten vier Flotten in die Neue Welt zu schicken. Die Jäger, Wissenschaftler und Ingenieure, die Teil dieser Flotten sind, bilden die Forschungs-Kommission, welche das Ziel hat, den Kontinent zu erforschen und das Geheimnis hinter der Drachenältesten-Migration auf den Grund zu gehen. Da es nun 10 Jahre her ist, dass die vierte Flotte sich auf den Weg in die neue Welt machte und die Kommission dringend Jäger benötigt, welche selbst die gefährlichsten Ecken der Neuen Welt erforschen können, stellt die Gilde eine fünfte Flotte zusammen, die hauptsächlich aus Jägern besteht. Und darunter befindet sich auch der Spieler, der sich als vielversprechender Top-Jäger auf einem Schiff in Richtung Neue Welt befindet. Auf dem Schiff trifft man dabei nicht nur andere Jäger, sondern auch seine Wildexpertin, eine Betreuerin, welcher dem Jäger bei seiner Arbeit unter die Arme greifen soll. Bisher verlief bei der Reise alles tutti, bis plötzlich das Schiff stark zu wanken anfängt.
 
Ein starker Sturm weht über der rauen See, es bilden sich meterhohe Wellen und plötzlich steigt ein gewaltiges Monster aus dem Meer empor. Zorah Magdaros, ein im wahrsten Sinne des Wortes regelrechter Berg unter den Drachenältesten, hat seine Route mit dem der fünften Flotte gekreuzt. Bei diesem Zusammentreffen wird der Spieler mit seiner Wildexpertin von Bord geworfen, schaffen es jedoch mit etwas Glück doch noch die Neue Welt zu erreichen und kommen nach einem kurzen Marsch (vollgepackt mit weiteren monsterhaften Zusammenstößen) in Astera an, dem Hauptquartier der Forschungs-Kommission. Nach einem kurzen Briefing mit dem Kommandanten der Basis gilt es nun das Rätsel zu lösen, für das man eigentlich hergekommen ist. Was hat es mit der mysteriösen Drachenältesten-Migration auf sich?
 

Intro - 2

 
Der hier beschriebene Teil der Story spielt sich in der ersten Spielstunde ab. Wenn man diese Einführung mit anderen Teilen der Reihe vergleicht, bekommt man schnell den Eindruck, dass in Monster Hunter World die Handlung viel mehr im Fokus steht als zuvor. In gewisser Weise stimmt das zwar auch, dass heißt aber nicht, dass das Spiel auch eine vernünftige Story liefert. Monster Hunter war noch nie eine Reihe, die mit einer tiefgründigen Geschichte geglänzt hat. In der Regel wurde man einfach nur als ein neuer Jäger in ein Dorf irgendwo im nirgendwo verfrachtet, dass von einem Monster bedroht wird und man dieses daher im Spielverlauf besiegen muss, um die Bedrohung zu beenden. Die Geschichte verzichtete dabei meistens fast vollständig auf Story-Elemente, welche diese Entwicklung darstellen. Dies war meistens die Aufgabe der Monster, die immer größer, stärker und gefährlicher wurden. Das Monster Hunter World also nun tatsächlich eine Story mit Charakteren, einem roten Faden und allem Drum und Dran bietet, stellt somit eine gewisse Neuheit in der Reihe dar, welche allerdings trotzdem immer noch ziemlich unter mangelndem Tiefgang leidet. Die wichtigsten Charaktere sind allesamt Stereotypen von dem, was sie verkörpern sollen und werden nicht mal mit einem Namen, sondern ihrer Berufung angesprochen. Einzig der dem Spieler zugestellten Wildexpertin und die Anführerin der dritten Flotte stechen ein wenig hervor und ich kann diesen Charakteren auch einiges abgewinnen, wirklich tiefgründig sind sie aber auch nicht. Der eigene Charakter fällt unter die Sparte „stummer Held“, sagt also nichts und nickt nur doof, wenn er angesprochen wird. Sowas funktioniert in einer Handlung mit Dialogen einfach nicht und wirkt komplett unnatürlich.
 

Charakter

 
Ich möchte der Story eigentlich nicht viel Gewichtung geben, da sie eh nie einen besonderen Stellenwert in dem Franchise hatte und man auch ohne sie viel Spaß mit dem Spiel hat. Allerdings hat die Reihe immer wieder ein klein wenig Lore in ihre Welt eingebracht und auch generell eignet sich Monster Hunter sehr gut für eine spannende und interessante Geschichte. Von daher hätte ich mir hier einfach ein wenig mehr als wieder das Mittel zum Zweck gewünscht, sodass man auch mal einen komplexeren und tiefergehenden Einblick auf Welt von Monster Hunter bekommt, da dieser bisher doch noch recht oberflächlich blieb. Doch jetzt genug von der Story und hin zu dem Punkt, wo das Spiel auf voller Ebene überzeugen kann, dem Gameplay.
 
Gameplay:
 
Das Gameplay ist der Punkt bei dem sich am meisten verändert hat. Alle Neuerungen und Gameplay-Anpassungen aufzulisten würde diese Review etwas überstrapazieren, weshalb ich nach und nach auf die wichtigsten Änderungen eingehen werde.
 
Kommen wir daher erst mal zum Kernaspekt von Monster Hunter World, der namensgebenden Jagd nach Monstern. Wie auch in den Vorgängern nimmt man Quests mit dem Ziel an, Monster zu jagen oder in manchen Fällen auch zu fangen. Hat man eine Quest angenommen wird man in Jagdgebiet geschickt. In früheren Monster Hunter-Teilen hatten diese das markante Feature in mehrere, voneinander unabhängige Areale eingeteilt zu sein. Beim Verlassen eines Areals gab es immer eine kleine Ladezeit, in der das nächste, zu betretene Areal geladen wurde. Die keinen Ladezeiten waren eigentlich kein großes Problem, denn sie sind ziemlich kurz und nach einiger Zeit hat man sich an das Konzept gewöhnt, doch nichtsdestotrotz haben sie den Spielfluss eingebremst. In Monster Hunter World sind die Jagdgebiete eine zusammenhänge Map. Zwar ist diese immer noch in Areale eingeteilt, doch man kann nun ohne Ladepausen von einem Gebiet direkt ins nächste laufen, was den Spielfluss deutlich verbessert. In dem Jagdgebiet ist das Ziel-Monster unterwegs und um es zu bekämpfen muss man es zunächst erst mal finden. In den Vorgängern bedeutete dies die Areale ablaufen, bis man irgendwann auf das Monster trifft, was wenn man Pech hatte schon einige Minuten beanspruchen konnte. Um dem entgegenzuwirken können Jäger nun Fährtenlesen. Die Monster hinterlassen Fußabdrücke, Fell, Federn oder auch ihren Dung in der Umgebung, welche der Spieler aufnehmen kann. Mithilfe dieser Hinterlassenschaften können die Spähkäfer, welche ein Jäger bei sich hat, die Position des Monsters ausfindig machen, sodass man schneller in die Action des Spiels kommt.
 

Fährten lesen

 
Bei den Kämpfen an sich bleibt das grundsätzliche Spielprinzip unverändert. Einen Kampf gegen ein Monster kann man sich wie einen Bosskampf vorstellen und um diesen zu gewinnen, gilt es das Monster zu beobachten. Alle Monster beherrschen verschiedene Angriffe und weisen ihre eigenen Verhaltensweisen auf. Diese Eigenheiten muss der Spieler erkennen lernen, um Lücken in der Verteidigung des Monsters auszumachen, welche er nutzen muss um das Monster zu attackieren, bis es irgendwann besiegt ist. Dieses Konzept wurde seit dem ersten Teil in einigen Details erweitert. Monster Hunter World bringt hier nicht wirklich etwas Neues auf den Tisch, doch dafür kommt ein bisschen mehr Bewegung ins Spiel. Das Spiel räumt nämlich mit einem Problem auf, das jeder kennt, der einen der Vorgänger gespielt hat. Man befindet sich mitten in einem Gefecht, wird von einem Monster hart getroffen und man möchte sich schnell heilen, um den Kampf nicht zu verlieren. Doch um einen Heiltrank zu benutzen bleibt der Jäger wie angewurzelt stehen, ext den Trank runter und wenn er fertig ist, macht er erstmal noch eine kleine Flex-Übung. Gerade Neulinge wurden von diesem Hindernis übel überrascht und diese gesamte Situation ist nicht umsonst ein Meme der Reihe geworden. Damit ist jetzt allerdings Schluss. Sämtliche Items lassen sich nun in Bewegung benutzen, wodurch man nicht mehr so angreifbar ist wie vorher und wenn man aggressiv spielen will, kann man den Vorgang sogar vorzeitig abbrechen, um schneller wieder in den Kampf eingreifen zu können. Monster Hunter World lässt dem Spieler nun auch etwas mehr Spielraum zum Taktieren, denn in den Basislagern, von denen es pro Karte mindestens zwei gibt, kann man nun auch seine Ausrüstung austauschen. Das ist besonders hilfreich in späteren Quests, bei denen man gegen teils komplett unterschiedliche Monster gleichzeitig antreten muss.
 

Kampf 4

 
Zur weiteren Unterstützung des Jägers steht ihm wie auch schon in den Vorgängern ein Palico zur Verfügung. Ein Palico ist ein sogenannter Felyne, ein katzenähnliches Wesen, das mit den Menschen zusammenarbeitet. Auf der Jagd wird man, sofern man es denn möchte, immer von einem Palico begleitet, der den Spieler von Anfang an zur Verfügung steht. In Gefechten haben diese kleinen Kätzchen hauptsächlich eine unterstützende Funktion. Sie können die Monster auf sich lenken um so den Spieler ein paar Sekunden Ruhe zu schenken, in denen er sich beispielsweise heilen oder andere Items für die Jagd verwenden kann. Palicos können jedoch auch etwas offensiver agieren, da man sie mit eigenen Waffen, Rüstungen und Gadgets ausstatten kann, welche verschiedene Vorteile in Kämpfen bringen. Und apropos Ausrüstung, auf die gehe ich jetzt genauer ein.
 
Bei der Ausrüstung hat sich einiges getan. Nach wie vor liegt das Hauptaugenmerk auf den Waffen und der Rüstung, mit denen man in den Kampf zieht. In Monster Hunter World stehen dem Spieler insgesamt 14 verschiedene Waffenarten zur Verfügung. Diese unterscheiden sich in verschiedenen Aspekten, doch für den Spieler ist vor allem die Reichweite und die Geschwindigkeit, mit der die Waffe zuschlagen kann, von höchster Wichtigkeit. Diese Eigenschaften bestimmen nämlich, wie ein Jäger sich im Kampf positionieren und auf welche Zeitintervalle er achten muss, um erfolgreich einen Treffer zu landen. Bei einigen Waffen ist dies schwieriger als bei anderen, doch diese haben dafür auch wieder andere Vorteile. Unterm Strich gibt es jedoch keine wirklich beste Waffenart und ein Spieler muss selbst herausfinden, welche Waffe ihm am ehesten zusagt. Für Neulinge empfiehlt es sich daher erst mal ein wenig rumzuprobieren, wofür sich der neue Trainingsbereich ganz gut eignet. Dieser ist aber auch für Veteranen einen Blick wert, denn mit den Waffen lassen sich einige neue Moves ausführen und generell fühlen sich selbst die großen Brocken wie Großschwerter nun deutlich flüssiger an zuvor, woran man sich auch als Kenner der Reihe erst mal gewöhnen muss.
 

Training 2

 
Was die Rüstungen angeht hat man das gesamte System ein wenig vereinfacht. Eine Rüstung besteht nach wie vor aus fünf verschiedenen Teilen (Helm, Brustplatte, Armschienen, Hüftschutz, Beinschienen), welche die Verteidigung des Jägers erhöhen und ihm darüber hinaus mit verschiedenen Skills versorgen. Rüstungen gab es zuvor in zwei verschiedenen Variationen, von der eine für Jäger mit Nahkampfwaffen und die andere für Jäger mit Schusswaffen vorgesehen war. Je nachdem mit welcher Waffe man spielte musste man sich also für eine dieser beiden Rüstungen entscheiden, denn Rüstungen für Nahkämpfer lassen sich nicht mit Schusswaffen benutzen und umgekehrt. Entsprechend anstrengend war das für Leute, die gerne mit beiden Waffenarten spielten, denn die mussten sich auch beide Varianten einer Rüstung kaufen, um sie im Kampf verwenden zu können. In Monster Hunter World gibt es diese Unterteilung nicht mehr. Zwar gibt es immer noch mehrere Variationen mancher Rüstungen, doch diese unterscheiden sich nur optisch und in einigen ihrer Skills und der Anzahl an Dekorationen, mit denen man die Rüstung bestücken kann. Generell kann man jedoch jede Rüstung mit jeder Waffe verwenden, wodurch die Hemmschwelle, eine Waffe der anderen Seite mal auszuprobieren, deutlich gesenkt wird.
 

Bogen 1

 
Die Skills selbst wurden früher mithilfe eines Punktesystems ermittelt. Jedes Rüstungsteil brachte Punkte für einen bestimmten Skill mit sich. Die Punkte, die für dieselbe Fähigkeit bestimmt sind, wurden addiert und wenn die Summe dieser Punkte einen bestimmten Schwellenwert übertraf, wurde der Skill aktiviert. Dieses System war ein wenig restriktiv, da jede Rüstung Punkte für unterschiedliche Skills verteilte. Rüstungsteile von verschiedenen Sets zu kombinieren war daher in den wenigsten Fällen sinnvoll, weil man durch die Kombination nicht genug Punkte sammeln konnte, um eine bestimmte Fähigkeit zu aktivieren. Auch Dekorationen, welche man an seinen Rüstungen anbringen kann und zusätzliche Skillpunkte vergeben, konnten an dieser Stelle nicht viel ausrichten. Monster Hunter World krempelt dieses System von Grund auf um. Die Fähigkeiten werden nun nicht mehr nach übertreten eines bestimmten Schwellenwertes vergeben. Stattdessen sind Fähigkeiten nun in mehrere Level aufgeteilt. Je höher das Level, desto stärker ist der Effekt der Fähigkeit. Dadurch wird ein Skill immer aktiviert, selbst wenn nur ein Rüstungsteil über die gewünschte Fähigkeit verfügt. Der Effekt ist zwar schwächer, aber er ist verfügbar. Mit diesem Konzept macht es sowohl Sinn Rüstungen weiterhin als Sets zu tragen, man kann aber auch weiter experimentieren und verschiedene Rüstungssets mischen. Es ist also letztendlich die Entscheidung des Spielers, ob er lieber viele verschiedene Skills im Petto haben möchte, oder ob er sich auf wenigere aber dafür stärkere Effekte fokussieren möchte.
 

Menü

 
Doch damit ist noch nicht Schluss. Monster Hunter World führt noch weitere Ausrüstungsgegenstände in die Reihe ein. Zunächst wäre da der Slinger. Dabei handelt es sich um ein nützliches Multifunktionstool, welches man immer mit sich führt. Der Slinger hat zwei Hauptaufgaben. Die Erste ist die Funktion eines Grappling Hooks. In den Jagdgebieten trifft man an allen Ecken und Enden auf sogenannte Keilkäfer, an denen man den Slinger festschnallen und sich so von A nach B schwingen kann. Oftmals wird dies dazu benutzt, um sich auf höher gelegene Ebenen oder auf ein Monster zu schwingen, was ein bisschen mehr Dynamik in das Gameplay bringt. In seiner zweiten Funktion dient der Slinger dazu Wurfgegenstände wie Blendgranaten oder verschiedene Arten von Wurfmessern abzufeuern.
 

Slinger 2

 
Die Bezeichnung Wurfgegenstände ist hier vielleicht nicht mehr ganz passend, aber der Name ist historisch gewachsen. Das kommt jetzt vielleicht überraschend, aber bisher war es so, dass man diese Gegenstände tatsächlich auf die Monster geworfen hat. Das hat mal mehr, mal weniger gut funktioniert, denn für Wurfgegenstände gab es kein Zielsystem. Der Jäger hat den Gegenstand einfach in die Richtung geworfen, in die er geguckt hat. Mit dem Slinger hat sich das nun geändert, wodurch es deutlich einfacher geworden ist, Monster mit Wurfgegenständen zu treffen. Optimal ist diese Neuerung allerdings nicht, da das Spiel ein ziemlich heftiges Auto Aim einsetzt, wodurch man gerne mal unverhofft auf das falsche Ziel schießt. Eine weitere Neuheit sind die Mäntel. Mäntel sind spezielle Ausrüstungsgegenstände, die für kurze Zeit dem Spieler Zugriff auf eine bestimmte Fähigkeit geben. Darunter fallen Dinge wie eine kurzzeitige Unverwundbarkeit oder ein Schutz vor starken Erschütterungen. Richtig eingesetzt kann so ein Mantel ein sehr nützliches Hilfsmittel bei der Jagd sein, von daher lohnt es sich die Dinger im Gepäck zu haben.
 

Mantel 2

 
Eine weiteres, wichtiges Gameplay-Element in der Monster Hunter-Reihe ist das Sammeln von Rohstoffen. Egal ob Kräuter, Erze oder sogar Monster-Kot, alles was man in diesem Spiel finden kann wird in irgendeiner Form mal wichtig. Doch obwohl Farming so einen großen Anteil am Gameplay macht, hatte man es in den ersten Teilen der Monster Hunter-Reihe nicht gerade einfach, Rohstoffe in großer Stückzahl aufzutreiben. Mit der Zeit kamen aber immer mehr Features in die Reihe, welche diesen Prozess verkürzten und angenehmer gestalteten. Ein solches Feature, welches auch wieder in Monster Hunter World vertreten ist, ist die Farm. Hier kann man gezielt bestimmte Rohstoffe anbauen und in kurzer Zeit und ohne viel Aufwand seine Ressourcen aufstocken. Monster Hunter World macht an dieser Stelle allerdings keinen halt sondern führt noch weitere Quality of Life-Verbesserungen ein. Zunächst einmal wurde der Item-Beutel vergrößert und in verschiedene Bereiche eingeteilt, in denen bestimmte Rohstoff-Gruppen gelagert werden. Dadurch kann man nun viel mehr Rohstoffe auf einmal einsammeln und ist seltener dazu gezwungen sie wieder wegzuwerfen, weil das Inventar voll ist. Darüber hinaus kann man nun Rohstoffe on the fly mitnehmen. Musste man sich früher noch auf den Boden hocken und jeden Mist einzeln aufsammeln, läuft man nun einfach an einem Sammelpunkt vorbei und man hat direkt eine Handvoll Ressourcen in der Tasche. Es gibt noch weitere Verbesserungen wie das man nahezu unbegrenzt sprinten kann, solange man nicht in einen Monster-Kampf verwickelt wird oder dass man Gegenstände wie Spitzhacken, die man zum Abbauen bestimmter Ressourcen braucht, immer dabeihat und keinen Inventarplatz verschwenden, aber ich denke allmählich sollte klar sein, dass Monster Hunter World viele Verbesserungen gegenüber seinen Vorgängern eingeführt hat.
 

Farming

 
Und das ist auch meine grundlegende Meinung zum Gameplay. Monster Hunter World hat der Reihe eine lange überfällige Generalüberholung spendiert. Spieler haben nun viel mehr Freiheiten eine Jagd anzugehen und die neuen Features wie der Slinger oder die Mäntel sind positive Erweiterungen des Gameplays. Dazu kommen die ganzen Quality of Life-Verbesserungen, wodurch Monster Hunter World nicht nur das benutzerfreundlichste, sondern auch meiner Meinung nach das Monster Hunter mit dem besten Gameplay bisher darstellt. In dem Spiel sind noch viele weitere Neuerungen und Verbesserungen, welche ich nicht aufgelistet habe, wie z.B. dass man bestimmte Objekte in Jagdgebieten zerstören und auf Monster fallen lassen kann oder das Monster nun aktiv gegeneinander kämpfen, wenn sie sich über den Weg laufen, aber an dieser Stelle muss ich mich selbst bremsen, da mir ansonsten die Luft ausgeht. Es war noch nie so angenehm Monster Hunter zu spielen, wodurch sich Monster Hunter World auch perfekt für Einsteiger lohnt. Ich kann es einfach nicht anders sagen, aber beim Gameplay ist Monster Hunter World nahezu perfekt.
 
Technik:
 
Der erste Monster Hunter-Teil erschien 2004 für die PlayStation 2. Diese Herkunft war auch viele Jahre später immer noch klar zu erkennen, denn technisch hatte sich die Reihe kaum weiterentwickelt. Viele Animationen wurden wiederverwendet und auch in Sachen Grafik hatte sich bis zuletzt wenig getan, was aber auch daran liegt, dass die Reihe in letzter Zeit vor allem auf Handhelden unterwegs war. Monster Hunter World ist seit langem der erste Monster Hunter-Teil, der auf aktuellen Heimkonsolen und dem PC erschien. Daher erhielt die Reihe endlich ein lange überfälliges grafisches Facelift. Und das kann sich wirklich sehen lassen. Monster Hunter World sieht super aus. Die Jagdgebiete sind detailliert gestaltet und fühlen sich sehr natürlich an.
 

Grafik

 
Zudem hat man an den Models der Jäger und Monster gearbeitet. Durch einen intensiven Polygonzuwachs sehen menschliche Charaktere nun mal wirklich wie echte Menschen und nicht nach Pixelmatsch aus. Ähnlich ist es auch bei den Monstern, was man besonders im direkten Vergleich bei den zurückgekehrten Monstern erkennen kann. Auch sie sehen deutlich realistischer aus und wirken wie Tiere, die tatsächlich existieren könnten. Dieser Auffassung kommen auch die zahlreichen neuen Animationen zu gute. Zwar scheint es mir so, als dass bei menschlichen Charakteren die alten Animationen im Kern immer noch vorhanden sind, doch dafür sind diese jetzt viel flüssiger und sehen natürlicher aus. Am meisten können jedoch die Monster von den neuen Animationen profitieren. Diese wirkten in den letzten Teilen ziemlich starr und altbacken. Man hatte nicht wirklich den Eindruck gegen ein atmendes, denkendes Lebewesen zu kämpfen, einfach weil man die einzelnen Animationen klar voneinander abgrenzen konnte. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, das waren keine Monster, das waren Videospielfiguren. Daran hat man nun gearbeitet und den Monstern zahlreiche neue Animationen spendiert. Und das hat sich gelohnt. Wenn man die Monster mal etwas genauer beobachtet, erkennt man, wie flüssig sie sich bewegen. Eine Animation geht direkt in die nächste über, wodurch die Monster agil und lebendig wirken. Gerade in einem Spiel wie Monster Hunter World, welches sich das Ziel gesetzt hat ein möglichst authentisches Ökosystem darzustellen, ist es wichtig, dass auch die Monster natürlich wirken und in dieses Ökosystem hineinpassen. Die Animationen leisten dazu einen großen Beitrag und steigern die Immersion des Spielers.
 

Animation 1

 
Der Soundtrack und die Soundkulisse ist wie für die Reihe typisch wieder einmal fantastisch. Musik hört man allerdings nur, sobald ein Kampf mit einem Monster ausbricht. Bevor es dazu kommt herrscht Stille, ein weiterer Punkt der zu der Immersion führt, durch ein natürliches Ökosystem zu streunen. Wenn es dann losgeht und sich die immer passenden Musikstücke in einen Crescendo entfalten, der den Spieler noch stärker ins Geschehen versinken lässt, merkt man einfach, was für einen großartigen Job die Komponisten des Soundtracks geleistet haben.
 
Allerdings ist auch nicht alles perfekt. Viele Texturen im Spiel sind sehr unscharf und man muss gar nicht mal so genau hinsehen, um das zu erkennen. Dieses Problem kann  man zwar mit dem vor kurzem erschienen „High Resolution Texture Pack“-DLC, welches man umsonst herunterladen kann, beheben, doch dieser DLC bringt seine eigenen Probleme mit sich. Zum einen benötigt ihr eine ziemlich starke Grafikkarte (Capcom setzt eine GeForce GTX 1070 oder eine Radeon RX Vega 56 als Minimum voraus), zum anderen erhöht der DLC die Ladezeiten spürbar und er braucht auch viel Speicherplatz (knapp 30 GB) auf eurer Festplatte. Wenn ihr das aber in Kauf nehmen könnt, stellt der DLC eine gute Lösung dar. Weiterhin lid das Spiel vor allem in der Anfangsphase unter häufigen Verbindungsproblemen im Multiplayer. Es kam sehr oft vor, dass man während einer laufenden Jagd die Verbindung zur Session verlor und dieses Problem ist leider auch noch nicht komplett gefixt. Zwar sind Verbindungsabbrüche schon deutlich seltener geworden, sie kommen allerdings immer noch vor. Gerade wenn man im späteren Spielverlauf gegen die schwierigsten Monster des Spiels antritt ist das ein Problem, denn das Monster bleibt in dem für den Multiplayer angepassten Schwierigkeitsgrad. Als Einzelkämpfer ist es dann fast unmöglich die Quest zu bestehen, weshalb man regelrecht dazu gezwungen wird die Quest aufzugeben.
 
Fazit:
 
Ich kann mich noch erinnern, als sich die ersten Gerüchte um Monster Hunter World verdichteten in denen es hieß, dass dieses Spiel ein verwestlichtes und weichgespültes Monster Hunter wird, dass eigentlich gar nichts mit dem zu tun hat, was Spieler an der Reihe so schätzen. Stattdessen wurde es genau das Gegenteil. Monster Hunter World behält die Stärken der Reihe bei und führt unzählige Verbesserungen ein, welche die Schwächen der Reihe ausbügelt. Und obwohl sich so viel verändert hat versprüht Monster Hunter World immer noch dieses befriedigende Spielgefühl, bei dem man merkt, wie man immer besser und besser wird und lernt, wie die Spielwelt funktioniert. Ich habe mittlerweile über 360 Stunden auf der Uhr und in all diesen Stunden hat Monster Hunter World sich abgesehen von den technischen Mängeln keinen groben Schnitzer geleistet, was bei so einem Monster-Projekt eine beeindruckende Leistung ist. Das macht mich auch zuversichtlich, dass der im Herbst erscheinende DLC Iceborne dieses ohnehin schon starke Paket noch besser werden lässt. Aber bereits jetzt muss ich einfach sagen, dass ich wohl noch nie so viel Spaß mit Monster Hunter hatte. Und ich denke, dass mir wohl viele Leute zustimmen werden, wenn ich sage, dass Monster Hunter World das beste Monster Hunter ist, das es gibt. Ich bin einfach begeistert, dass das Spiel seinem Hype gerecht wurde.
 
Ich vergebe verdiente 9/10 Punkte an Monster Hunter World.
 
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